Autor Thema: kotzen mit finger in den hals klappt nicht- was nun?  (Gelesen 19049 mal)

elena66

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Hi, ich hab ein Problem, mir gings heut einfach richtig dreckig und aus Frust hab ich extrem viel gegessen. Ich wollts auskotzen, aber mit finger in den hals klappt das bei mir nicht! Hab´s schon so oft versucht, aber es funktioniert einfach nicht! Ich fühl mich so ecklig mit dem ganzen Zeug in meinem Magen, ich wills raus haben, eigentlich wollte ich ja abnehmen! :(  Hab gehört es gibt noch eine Variante mit Salzwasser, das soll allerdings gefählrich sein und wer weiß ob das bei mir klappt. Hat jemand ein Tipp für mich, wie ich jetzt am schnellsten das ganze Essen wieder aus mir rausbekomme? ?( bzw. zum Brechen komme?

ME-Redaktion

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Re: kotzen mit finger in den hals klappt nicht- was nun?
« Antwort #1 am: 23 September 2013 »
Hallo Elena66, also grundsätzlich gibt’s keine Tipps, wie man am besten bricht. Der Körper mag das eigentlich gar nicht!!! Der Wunsch zum Brechen ist eigentlich nur vorhanden, wenn wir eine Vergiftung haben, das wäre dann eine Schutzfunktion von ihm. Also der Körper wehrt sich also mit Händen und Füßen gegen das Erbrechen. Es hat für ihn auch langfristig viele Nachteile, wenn man das Erbrechen regelmäßig macht. Die Magenschleimhaut und Zähne werden angegriffen, etc. und es hat Auswirkungen auf die Stimmung – kurzfristig geht das Ekelgefühl und das Völlegefühl weg, kommt dann aber gleich wieder als „depressive“ Stimmung zurück – hängt mit dem Dopaminergen System in unserem Hirn zusammen. Also brechen ist nur kurzfristig eine Lösung und wenn es zur Regelmäßigkeit wird, führt es prompt zu einer Essstörung mit allen Problemen und das meistens langfristig.

Viel spannender ist die Frage, wie gehe ich mit mir um, wenn es mir nicht gut geht (Frust habe, traurig bin, gelangweilt bin, aber auch wie belohne ich mich, wenn ich etwas gut gemacht habe), was für Möglichkeiten habe ich, mich auf eine gute ART und WEISE zu trösten, zu beruhigen, abzulenken, also nicht mich bzw. meinen Körper zu schädigen oder zu bestrafen. Wenn ich merke, ich habe hauptsächlich nur eine Strategie – z. B. nur das Essen, dann würde ich mir Hilfe holen und eine Beratungsstelle aufsuchen und lernen mich besser zu behandeln und langfristig meinen SELBSTWERT stärken. Das alles braucht nämlich nicht so lange, wie wieder von einem Suchtverhalten abzulassen.

Lieben Gruß,
Mag. Anja Burtscher – Therapiestation Carina
« Letzte Änderung: 23 September 2013 von ME-Redaktion »