Autor Thema: Zolpidem  (Gelesen 5426 mal)

Scrush

  • Gast
Zolpidem
« am: 15 Oktober 2011 »
Hallo,

Ich wollte mal fragen wie lange Zolpidem im Urin,Blut nachweisbar ist ?

Ich befinde mich seit ca. einem Jahr in der Buprenorphin Substitution (Subutex). Ich bin seit 7 Monaten
Beigebrauchsfrei und hole auf einer Schule mein Abi nach.

Aufgrund dessen, das alles so gut läuft, bekommen ich Take Home für eine Woche. Selten (2-3 mal im Monat) nehme ich am Abend eine Zolpidem weil ich manchmal einfach nicht schlafen kann, und am nächsten Tag muss ich fit für die Schule sein. Ich hatte noch nie das verlangen eine Zolpidem einfach so zu nehmen um mich zu berauschen.

Meine Fragen: Was wäre wenn der Arzt einen Verdacht schöpft ? Ist es dann üblich Zolpidem mittels einer Aufwendigen Methode nachzuweisen ? Muss dieser Test von der Krankenkasse bezahlt werden ? Oder muss man das selber zahlen?

Ich weiß natürlich das das nicht gut ist seinem Arzt was zu verheimlichen. Aber ich sehe eigentl. kein Problem wenn ich max. 3 mal im Monat eine Zolpidem nehme. Da ich am nächsten Tag fit für die Schule sein muss kommen langwirksame tricyklische Antidepressiva(zb. Doxepin) zum Schlafanstoss nicht in Frage.(Mein Substi Doc. hatte mit eben dies gegen meine Schlafproblem verschrieben)

Mit freundlichen Grüßen

ME-Redaktion

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4.265
Re: Zolpidem
« Antwort #1 am: 19 Oktober 2011 »
Hallo Scruh, Zolpidem wirkt ähnlich wie Benzodiazepine, hat jedoch eine andere chemische Struktur. Es bildet keine pharmakologisch wirksamen Metaboliten aus. Deshalb wird es mit den normalen immunologischen Testverfahren nicht erfasst. Durch die aufwändige LC-MS-Methode (Blut und Urin) kann es jedoch nachgewiesen werden. Es hat eine sehr kurze Halbwertszeit (2–3 Stunden) d.h. nach dieser Zeit ist die Hälfte der Substanz abgebaut. Nachweiszeit laut Literatur 1 – 4 Tage. Falls Du ein ärztliches Rezept hast, sollte es sowieso keine Probleme geben.

In den üblichen Screenings ist Zolpidem nicht enthalten. Im Harn sind Substanzen länger als im Blut und es heißt, dass es nach 3-4 Tagen nicht mehr nachweisbar sein soll. Das würde ich aber immer mit Vorsicht genießen, es gibt immer auch Ausnahmen, die z.B. mit der Konzentration des Urins zusammenhängen. Ich hoffe, es ist bekannt, dass dieses Schlafmittel zu schweren körperlichen Abhängigkeiten mit Dosissteigerung, körperlichem Entzug und allem was dazu gehört führen kann. Ich habe selbst schon solche Patienten behandelt.

Wenn es eine Harnkontrolle auf Zolpidem gibt, muss das meiner Meinung nach besprochen sein. Wenn ein Arzt Harn und Blut abnimmt, muss er ja sagen, weshalb er das tut. Ob die Kasse dann bezahlt oder nicht, scheint unterschiedlich zu sein. Wir kennen das von Führerscheinuntersuchungen und der Bestimmung der Leberwerte. Die einen Ärzte lassen es über die Kasse laufen, bei anderen kostet es € 30.- oder so. Auch bei Beratungsstellen ist es ganz unterschiedlich. Das würde ich vor Ort klären.

Wenn Zolpidem vom Arzt verschrieben wurde und es eine Behandlungsnotwendigkeit gibt, würde ich das nicht als einen unerlaubten Beikonsum bewerten. Vielleicht muss es gar nicht verheimlicht werden, vor allem wenn nur alle 10 Tage eine Tablette genommen wird.

Dr. Roland Wölfle – Therapiestation Lukasfeld