Autor Thema: Zopiclom-Entzug  (Gelesen 2682 mal)

Micky

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Zopiclom-Entzug
« am: 02 Februar 2011 »
Guten Abend,

ein guter Freund hat in den letzten 9 Wochen in einer psychatrischen Klinik den Entzug von Zopiclom hinter sich gebracht. Dazu wurde zuerst das Zopiclom täglich runterdosiert und zeitgleich durch Valium ersetzt. Anschließend wurde er schrittweise vom Valium entzogen, welches durch Antidepressiva und Neuroleptika ersetzt wurde.

Er ist noch immer in der Klinik und befindet sich in einem menschenunwürdigem Zustand:

- er hat 24 Std. am Tag Muskel-Tics am        ganzen Körper, die dazu führen, dass der ganze Körper schmerzt,

- er hört Stimmen und Geräusche (die nicht existieren),

- ihm ist schwindelig und hat beim laufen das Gefühl als ob er in Löcher tritt,

- es funktionieren weder Geschmacks- noch Geruchssinn,

- er leidet unter einer permanenten Totesangst

- schnelle Bewegungsabläufe zeigen sich in einzelnen, abgestückten Frequenzen (z.B. Fernsehn oder das Beobachten von Autos)

- Autolichter und Laternen werden zu riesigen Lichtbällen

- Zimmerlampen flackern

- selbst wenn er die Augen schließt, bleibt
es hell und er sieht das letzte Bild noch
sehr lange Zeit nach, obwohl die Augen längst geschlossen sind und es dunkel im Raum ist.

Dieser Zustand hält bereits einige Wochen an und wird schlimmer anstatt besser.

Mitlerweile ist er schwer depressiv.

Wer oder Was könnte helfen?

Ich bedanke mich schon jetzt für die Antwort,
denn wir wissen wirklich nicht mehr weiter.

Micky




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Re: Zopiclom-Entzug
« Antwort #1 am: 03 Februar 2011 »
Hallo Micky, ohne den Mann persönlich zu untersucht zu haben, kann ich nur Vermutungen anstellen. Der Beschreibung nach spricht aber Vieles für eine Psychose, die aus dem schizophrenen Formenkreis kommen, aber auch eine Folge von Halluzinogenmissbrauch („drogeninduzierte Psychose“) sein kann. Leider ist das eine schwere Störung, bei welcher es üblicherweise keine Alternative zu einer Psychopharmakatherapie gibt, wobei natürlich auch Neuroleptika eine große Rolle spielen.
Nicht alle Betroffenen vertragen diese Substanzen gleich gut, auch sprechen nicht alle gleich gut drauf an.

In diesem Fall hilft für Außenstehende nur Geduld, aber vielleicht auch einmal ein Gespräch mit Arzt oder Pflegeperson. Ich weiß nicht, in welcher Klinik der Freund liegt, aber in unserer Umgebung wir seriös gearbeitet und es ist davon auszugehen, dass entsprechend der Situation korrekt behandelt wird.
Dr. Roland Wölfle, Therapiestation Lukasfeld