Autor Thema: antidepressiva verzweifelt  (Gelesen 1922 mal)

claudia

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antidepressiva verzweifelt
« am: 27 November 2009 »
hallo und schönen tag. ich bin verzweifelt, bitte helft mir. ich habe vor 2 jahren meine einzige tochter mit 15 jahren verloren. seither nehme ich antidepressiva und neuroleptika sowie benzodiazepine. ich habe in dieser zeit über 20 kg zugenommen. bei mir wurde eine anpassungsstörung und eine borderlinestörung diagnostiziert. ich habe mich auch in diesen 2 jahren glegentlich geritzt, weil der psychische schmerz dann leichter war. meine familie und meine kollegin, ich arbeite im krankenhaus im labor, haben mich gedrängt endlich die tabletten wegzulassen, da ich wie ein roboter bin ohne höhen und tiefen. auch wird mir nahegelegt und das ständig, das ich zu dick sei und nicht mehr bin wie früher. ich selbst ertrage diese wohlgemeinten tipps nicht mehr. ich habe mitte dezember auf anraten und drängeln meiner chefin einen termin bei einer neurologin. aber ich weiß ich komm ohne die tabletten nicht zurecht. jetzt vor weihnachten wird alles noch viel schlimmer und ich habe das gefühl ich bräuchte noch mehr tanletten weil ich einfach nicht über den tod meiner tochter hinwegkomme. am liebsten würde ich aucheines tages nicht mehr aufwachen soweit bin ich schon. ich bin so sehr traurig und es freut mich überhaupt nichts mehr, mir fehlt meine tochter so sehr. ich war immer alleinerziehend und hab alles für meine tochter getan. jetzt ist sie nicht mehr da, die feiertage kommen wo ich meine neffen und eltern beschenken soll, und mit ihnen weihnachten feiern soll. auch die weihnachtsfeier im krankenhaus steht an, aber ich kann einfach nicht dorthin und lustig sein, denn ich fühle mich wie gelähmt vor schmerz. bitte was soll ich bloß tun. danke für eure hilfe, und liebe grüße, claudia

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Re: antidepressiva verzweifelt
« Antwort #1 am: 01 Dezember 2009 »
Liebe Claudia, dass sie ein Suchtproblem mit Benzodiazepinen haben wissen sie selbst. Dass ihr Umfeld darauf mit Drängen nach Hilfe holen reagiert ist auch verständlich. Dass sie in ihrer Traurigkeit stecken und keinen Weg heraus finden ist ebenso evident. Sie brauchen Hilfe! Es ist jedoch nicht mehr getan mit dem einmaligen Besuch bei einer Neurologin, oder einer ambulanten Therapie. Sie fühlen sich schon so traurig, dass sie am liebsten nicht mehr aufwachen würden und deshalb wäre es gut für sie, wenn sie sich die Chance einer stationären Therapie geben würden. Wo genau sie diese machen könnten und was ihnen da gut tun würde, können sie am Besten im persönlichen Gespräch mit der Neurologin im Dezember, oder falls sie aus Vorarlberg sind, bei einem Gespräch in unserer Ambulanz klären. Ich wünsche ihnen, dass sie das Richtige für sich finden und sich auch gönnen können Hilfe anzunehmen, damit ihr Leben, trotz dem furchtbaren Verlust ihrer Tochter, wieder freudvoller werden kann.

Alles Gute für sie und auch liebe Grüße! Dr. Elisabeth Sorgo, KH Maria Ebene

Die Ambulanzzeiten sind:
Täglich auch an Wochenenden und Feiertagen  9.30-11.00    18.30-20.00
Mittwoch keine Sprechstunden
Tel: 05522-7274660