Autor Thema: alkohol  (Gelesen 9404 mal)

daniel

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alkohol
« am: 19 März 2006 »
ich habe nach drei jahren trockenheit wieder zu trinken begonnen. an sich habe ich gedacht, dass es mich gleich umhauen müsste. jedoch bin ich da eingestiegen, wo ich aufgehört habe, ohne dass ich übermäßig beeinträchtigt gewesen bin. jetzt drehe ich mich im kreis, weil ich nicht so recht weiß, wie ich das problem angehen soll. vielen dank für die posting-möglichkeit

Helen

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Re: alkohol
« Antwort #1 am: 20 März 2006 »
Ja hallo, ich bins wieder mal, weisst Du, was Du geschrieben hast, das ist ja genau DAS PROBLEM, ob Medi
Alkohol oder sonst was, wenn  DU (ICH) ANFANGE. dann
ist man sofort wieder drinn, oder?
Die Alternativen: für mich Sport und Fitness (ist mir echt
wichtig) meine Kinder-na ja und trotz alllem mir nicht helfen
(mein Mann).
Bezugspersonen die einen verstehen, echt verstehen,
hier im Forum Chatten-das finde ich-sind Sachen die total
wichtig sind-die einem Kraft geben können.
Ja, und da ist halt noch der eigene Wille (im Moment bei mir
wieder mehr da wie auch schon ) der mega viel dazu
beitragen kann NEIN zu sagen, weil Du halt schon selber
so weit gekommen bist, Dir nichts verderben willst, oder
was sonst halt auch immer (Job, Freundin, Ehefrau.....)
Ich denk, das sind Punkte wo man sich festhalten muss,
aber schon klar, ALLEINE IST DAS VERDAMMT HART, super,
dass Du auch geschrieben hast.
Für mich ist der Chat hier eine echte Befreiung, und manch-
mal krieg ich sogar eine Antwort.....
....and I wish to bee free for ever...

daniel

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Re: alkohol
« Antwort #2 am: 20 März 2006 »
danke für die antwort. das mit sport und fitness ist mir bekannt. bin leider kein sehr disziplinierter mensch. da du schreibst "ich bins wieder mal", ich bin zum ersten mal hier im forum, nicht dass du mich verwechselst. auf alle fälle danke und machs gut.

ME-Redaktion

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Re: alkohol
« Antwort #3 am: 21 März 2006 »
Lieber Daniel,  ein Rückfall muss keine Katastrophe sein, wenn du wieder mit dem Trinken aufhörst und dich erneut für eine Abstinenz entscheidest. Rückfälle sind erneute Krankheitszeichen, keinesfalls Willens- oder Charakterschwächen. Wichtig ist, dass du die Gründe für den Rückfall erkennst und die sich daraus ergebenden notwendige Änderungen bzgl. deiner Einstellungen und deines Verhaltens machst. Meist fühlen sich Rückfällige hilflos, weil sie die Ursachen ihres Rückfalls nicht direkt erkennen können. Das erste Glas wird meist jedoch nicht versehentlich oder aus Unachtsamkeit getrunken, sondern mit dem (unbewussten) Ziel, in den Rauschzustand zu flüchten. Dafür gibt es Gründe, die häufig mit dem Lebensstil und/oder mit den Erwartungen an sich und andere zusammenhängen. Keine Heimlichkeiten! Keine Vorwürfe! Sondern rasch handeln!!! Zögere nicht fachärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen! Je schneller eine fachgerechte Therapie einsetzt, desto rascher und einfacher ist die Abstinenz wieder herstellbar und stabilisierbar! Alles Gute, die ME-Redaktion

ME-Redaktion

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Re: alkohol
« Antwort #4 am: 23 März 2006 »
Hallo Daniel, du verdienst sehr viel Respekt, dass du dich mit deiner Frage an uns gewendet hast! Ich habe nochmals eine Fachmeinung bzgl. deines Postings gemacht. Generell ist zu sagen, dass es eher die Regel als die Ausnahme ist, dass Suchtkranke bei einem Rückfall anfänglich moderat trinken. Immerhin haben sich Stoffwechsel in der Leber und "Hirnprozesse" durch die Abstinenz wieder normalisiert, sodass eine kleine Menge Alkohol schon für das Wohlbefinden genügt und nicht sofort Dosissteigerung und Trinkverlangen einsetzen. Allerdings werden diese und somit die Suchtentwicklung unweigerlich wieder kommen, wenn der Alkoholkonsum fortgesetzt wird - auch wenn dieses drohende Problem von den Betroffenen oft nicht eingesehen oder erkannt wird. Deshalb ist dir dringend anzuraten, Kontakt mit dem Hausarzt, unserer Ambulanz oder einer Nachbetreuungseinrichtung aufzunehmen, um neuerlich wieder auf die totale Abstinenz hin zu arbeiten. Denn nur sie kann dich längerfristig weiterbringen.

Daniel

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Re: alkohol
« Antwort #5 am: 24 März 2006 »
Vielen Dank für ihre Antwort. Zur Zeit geht es mir gut. Ich war gestern wegen eines Termins in ihrer Ambulanz, habe aber nicht auf die Öffnungszeiten geachtet. Liebe Grüße.

iris2

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Re: alkohol
« Antwort #6 am: 06 März 2007 »
Hallo miteinander!

Ich war 2-mal auf Therapie in Maria Ebene.Ich nahm dann Antabus und war tatsächlich ein ganzes Jahr trocken.Ich setzte dann die Antabus ab und prompt wurde ich rückfällig,doch ich erinnerte mich an Mag.Münst und begab mich sofort in die Ambulanz,wo ich dann auf Cipralex eingestellt wurde.Die Kombination von Cipralex und Antabus war für mich ein Glücksgriff.Mir geht es sehr gut.Eine sehr grosse Hilfe ist auch der Besuch der Motivationsgruppe von Johannes Rauch alle zwei Wochen in Egg.

Ich wünsche allen eine gute Zeit und gebt euch nicht auf,denn das trockene Leben ist viel zu schön um es leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Darona

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Re: alkohol
« Antwort #7 am: 07 März 2007 »
Hallo Iris,

ich finde es toll von dir das du gleich wieder die Bremse gezogen hast.

Eine Frage hätte ich noch an dich:
Gibt es da keine Nebenwirkungen bei Antbus?
Ich hab es nie bekommen aber ich hörte das es ein sehr starkes Medikament ist.

Ich kämpfe gerade die zweite Woche durch und neheme Praxiten. Mit Cipralex hab ich aufgehört, das war wahrscheinlich ein Fehler.

Liebe Grüsse
Darona

Helen

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Re: alkohol
« Antwort #8 am: 07 März 2007 »
Mein Arzt will schon lange dass ich Antabus nehme, er sagt
halt dass der ewige Kampf ums trinken/nichttrinken einen
total kaputt macht, soviel Energie braucht.
Cipralex z.m. alleine kenne ich auch, mir hat dieses Medi
allerdings nicht so viel gebracht...
..aber wie wirkt denn das auf Dich, ich meine die Kombination?
Hast Du echt keine Lust auf Alkohol, bist Du trotzdem
einigermassen ruhig, kannst Du schlafen, den Alltag
bewältigen ohne total gestresst und kaputt zu sein?
Danke für Deine baldige Antwort, Helen
....and I wish to bee free for ever...

iris2

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Re: alkohol
« Antwort #9 am: 07 März 2007 »
Hallo!

Ich habe von Antabus keinerlei Nebenwirkungen.Die Lust auf Alkohol verdrängt das Antabus nicht,doch die Momente in denen ich Lust auf Alkohol habe werden mit anhaltender Abstinenz immer weniger und vor allem kürzer.In diesen Momenten muss man sich was einfallen lassen.Ich setze mich ins Auto und fahre zum Spar oder zur Tankstelle und kaufe mir einen Fruchtsaft und trinke diesen auch gleich. Das hat bis jetzt immer funktioniert
Noch einmal auf die Nebenwirkung zurück zu kommen,wenn du Alkohol trinkst wirds brutal.Ich habe einmal ein "PFIFF" auf Antabus getrunken,das waren dann 2 zähe Stunden wie bei einer Allergie(Bienenstich)mit Atemnot,Nesselfieber,Herzrasen und totale Übelkeit.Ich jedenfalls trinke auf Antabus keinen Alkohol mehr.

iris2

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Re: alkohol
« Antwort #10 am: 07 März 2007 »
Hallo Helen!

Ich bin mit der Kombination Cipralex 10mg und täglich eine halbe Antabus super zufrieden.
Ich nehme ansonsten keinerlei Medikamente.
Ich bin viel gelassener und ausgeglichener,wobei ich natürlich nicht sagen kann ob das nur auf das Cipralex zurückzuführen ist vielmehr denke ich dass die Abstinenz massgeblich dazu führt dass ich wieder ein erfülltes Leben geniessen kann.

Wünsche dir einen schönen Abend.

Helen

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Re: alkohol
« Antwort #11 am: 07 März 2007 »
Du was ich noch wissen wollte, mein Arzt hat mir gesagt,
dass ich, wenn ich Antabus nehme 3x die Woche zum
Hausarzt muss und das dann dort einnehmen zu habe,
ich wehere mich igendwie, auf eine Art ist die Abhängigkeit
so offensichtlich, im Grunde genommen hätte ich gerne was, was einfach meine Lust nach dem verdammten Alk
dämmt, die körperlichen Symtome lindert-und den Kopf
ausschaltet. Aber dieses Medikament das, das müsste
wohl noch erfunden werden...
Das Du sagst Du fährtst weg mit Dem Auto, das ist nicht
schlecht, Du musst Dich konzentrieren, bist abgelenkt-und
-der Fruchtsaft-hilft der echt immer-was machst Du mit
den Gedanken, weisst Du der Körper ist reltiv schnell clean
aber-was ist mit dem Rest?
Es tut mir gut auf eine Art eine Bestätigung für die Meinung
meines Arztes zu haben, ja bei Antabus, da trinktst Du
echt nicht mehr.. und wenn vielleicht noch eine Kombination da ist, die alles leichter macht...
es wäre schon schön, endlich frei zu sein, den Weg finden..
mein Mann und auch meine Kinder wären sicher glücklich
..trotzdemwürde es mich freuen wenn Du mir mehr von
"deinem Weg" erzählen könntest... den Kampf den Du zu
bewältigen hast, wieoft und wann-wenn's ok ist, würd ich
mich freuen wieder von Dir zu hören, ich, ich will nämlich
auch raus aus der verdammten Abhängigkeit.
Vielen Dank, Helen
....and I wish to bee free for ever...

iris2

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Re: alkohol
« Antwort #12 am: 07 März 2007 »
Hallo Helen!

Ich erzähle die gerne etwas von meinem Weg.
Ich bin verheiratet und Vater von zwei schulpflichtigen Töchtern.Angefangen hat alles vor 6 Jahren. Nach einer durchzechten Nacht gings mir am nächsten Abend auf einmal richtig dreckig.Ich dachte zuerst ich habe einen Herzinfarkt.Meine Frau hat sofort den Arzt angerufen.Wir fuhren dann zum Arzt.Dieser gab mir sogleich irgendeine Infusion.Ich sagte denn zum Arzt er soll doch was machen,denn jetzt gehts dahin mit mir.Er reagierte auch sofort und spritzte mir irgendwas.Ich meinte ich verbrenne innerlich,doch es ging mir dann etwas besser.Daraufhin wurde ich ins Krakenhaus eingeliefert.Ich hatte einen brutalen Entzug trotz Medikamenten.Man machte einen Totalchek mit mir und sagte mir ich sei organisch gesund.Dann musste ich noch zum Psychologen und alles war ok.Ich trank 2 Monate keinen Schluck und rauchte nichts.Dann mal ein Bier und später mal zwei und wieder meine selbstgedrehten Zigaretten.Im Herbst begann ich dann eine ambulante Therapie mit dem Ergebnis dass ich Revia schluckte und trotzdem meine Bier trank.Im Winter machte ich dann eine Therapie auf Maria Ebene.Ich war relativ lange trocken.Dann meinte ich meinen Alkoholkonsum kontrollieren zu können und begann wieder mein Bier zu trinken mit dem Ergebnis dass ich innert zwei Wochen bei zehn Bier im Tag angelangt war.Ich machte sofort eine zweite Therapie und nahm wie gesagt auch zum erstenmal Antabus.Den Rest kennst du ja.

Ich denke dass alles sehr viel von den Genen abhängt ob jemand mit Alkohol umgehen kann oder nicht.Ich auf jeden Fall lasse besser die Finger weg und geniesse jeden trockenen Tag,denn mir ist total bewusst geworden dass Alkohol ein brutales Nervengift ist

Ich wünsche dir einen schönen Abend und halt die Ohren steif.

iris2

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Re: alkohol
« Antwort #13 am: 07 März 2007 »
Hallo Helen!


Meine Frau gibt mir zum Frühstück eine halbe Antabus und die Cipralex.Das Rezept bekomme ich in der Ambulanz auf Maria Ebene.
Die Medikamente wirken sicher keine Wunder aber sie unterstützen.

schönen Abend

Helen

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Re: alkohol
« Antwort #14 am: 07 März 2007 »
Vielen Dank Dir für die schnelle Antwort, so was ich höre
steht auch Deine Frau voll hinter Dir-oder? Das ist sicher
was,  das Dir auch hilft, Dich stark macht, und den Willen
gibt weiterzukämpfen.
Auch Du hast Kinder, meine sind etwas kleiner, die Twins
6 und die Grosse 9, aber ich weiss genau dass auch die
merken, wenn die Mama halt wieder mal "zu" ist....
Wie hat da eigentlich Deine Frau reagiert, ich glaub schon
das Du da eine total grosse Hilfe hast, so wenn sie Dir die
Medikamente gibt, ja dann ist sie sicher auch Ansprechpartnerin wenn's Dir mal nicht so gut geht-oder?
Du-ich wünsch Dir-und Deiner Familie von Herzen alles Gute und vielleicht-vielleicht-krieg ich meinen Mann auch ein Stückchen weiter-dass er mich auch unterstüzt-und
nich nur schweigt und tolleriert, weil das ganze drumherum
ja trotzallem gut läuft.
Ich weiss, dass das auch ein Grund ist warum ich heute an
diesem Punkt bin. Aber schlussendlich muss ICH es schaffen auch wenn ich dabei alleine bin.
Es muss einfach gehen, Du hast es geschafft, und meine liebe
Freundin Darona macht auch ihren Weg....
.. es muss einfach möglich sein, den Ausstieg zu schaffen
.. danke Dir, Helen
....and I wish to bee free for ever...