Autor Thema: Akoholabhängigkeit in der Familie  (Gelesen 3247 mal)

Anja

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Akoholabhängigkeit in der Familie
« am: 21 Januar 2006 »
Liebes ME Team,

ich bin's Anja. Ich habe da noch etwas anderes auf dem Herzen. Und zwar Akoholabhängigkeit in der Familie. Ich habe den Absprung vor sechs JAhren von meiner Familie geschafft. Aber inzwischen mache ich mir Vorwürfe, dass ich meine Mutter mit meinem Vater allein gelassen habe. Also, mein VAter trinkt eigentlich seitdem ich denken kann, Aber damals war das ganze nicht so schlimm gewesen, aber nachdem er arbeitslos geworden ist, ist Schicht im Schacht. Er hat immer so Phasen... Manchmal geht es über Wochen und dann, von heut auf morgen, "Koma saufen". Und dabei würde ich meiner Mutter so gerne helfen, nur leider weiß ich nicht wie.... HAbt Ihr vielleicht ein paar Tipps für mich. Bin für alles offen und dankbar...
Als ich jünger war, wollte meine Mutter sich schon einmal von Ihm trennen... Aber damals als kleines Kind habe ich so ein Theater gemacht, weil iich doch eine Familie haben wollte, mit MAma und Papa und jetzt würde ich alles dafür geben, meine Mutter, von ihhm weg zu bekommen, aber leider ist das gar nicht so einfach... Bitte geben Sie mir ein paar Tipps... Vielen Vielen Dank

Liebe Grüße Anja

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Re: Akoholabhängigkeit in der Familie
« Antwort #1 am: 23 Januar 2006 »
Hallo Anja, dein Vater ist manifest abhängig und braucht wahrscheinlich eine stationäre Therapie. Hier ist es sinnvoll, sich einmal mit dem Hausarzt in Verbindung zu setzen, da der Vater wohl kaum freiwillig an eine Beratungsstelle, gehen wird. Gerade die gesundheitliche und medizinische Schiene ist manchmal der beste Zugang zu der Problematik von Betroffenen. Im Rahmen einer Blutabnahme können auch die Leberwerte und andere Befund erhoben werden, aus denen sich ergibt, wie weit die alkoholbedingte Organschädigung schon fortgeschritten ist.

Will die Mutter wirklich weg? Möglicherweise lebt sie in einer emotional sehr verstrickten Beziehung, möglicherweise hat sich auch Angst vor dem Alleinsein oder befürchtet für den Fall einer Trennung unüberwindbare finanzielle Probleme.

Was immer hilfreich sein kann, ist, wenn sie sich über die Alkoholkrankheit gründlich informiert, z.B. durch Literatur zu dem Thema. Auch das Aufsuchen einer Beratungsstelle kann hilfreich sein, nicht zuletzt auch eine Alanon-Gruppe, die es in allen großen Städten gibt. Es handelt sich dabei um eine Gruppe der Anonymen Alkoholiker für Angehörige. Selbsthilfegruppen sind eine hervorragende Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, die dieselben Probleme haben oder hatten. Entscheidend scheint mir weniger, mit konkreten Ratschlägen zu verfahren, sondern eher, an einer inneren Haltung zu arbeiten. Daraus ergeben sich mit der Zeit ganz von selbst die guten Ideen und die richtigen Entscheidungen. Beste Grüße